Wissen: Schlimmer Zoff

Du kannst mir echt gestohlen bleiben!

Conni kennt es. Billi kennt es. Anna kennt es. Und Du kennst es sicher auch - und magst es vermutlich genauso wenig wie sie. Die Rede ist von Streit, von richtig schlimmem Zoff. Davon, dass Du den anderen am liebsten schütteln würdest, weil er so doof, blöd und gemein ist... und außerdem noch ungerecht. Und weil er Dich so rasend wütend macht - oder traurig und verletzt. Und da ist es erst einmal ganz egal, ob der andere nun Deine beste Freundin, ein Elternteil, Dein Bruder oder Deine Schwester oder Dein Freund ist.

Warum oder worüber man sich streitet, ist sehr unterschiedlich. Oft wollen beide dasselbe haben, sei es bei Geschwistern die Aufmerksamkeit der Eltern, bei Freundinnen die Zuwendung einer anderen Freundin oder wie bei Conni und Anna dasselbe Pony auf dem Reiterhof.
Es kann aber auch genau umgekehrt sein und beide wollen etwas verschiedenes, zum Beispiel im Urlaub ans Meer oder in die Berge fahren. Dann gibt es auch oft Streit, weil beide zur gleichen Zeit dasselbe wollen, etwa morgens ins Bad.

Bei einem Streit hören sich die Streitenden meistens irgendwann gar nicht mehr zu, was natürlich unfair ist und die Sache meistens nur noch schlimmer macht. Und natürlich sind beide sind überzeugt, im Recht zu sein. So entsteht aus einem winzigen Anlass mitunter ein Riesenzoff. Das liegt daran, dass sich unter dem Grund für den Streit, also zum Beispiel einem Platz im Klassenzimmer neben der Freundin, oft ganz andere Dinge verbergen, die man in dem Moment gar nicht erkennt. In Wirklichkeit streiten oder kämpfen wir alle meistens um diese anderen, unsichtbaren Dinge. Das sind wichtige Bedürfnisse wie Achtung und Respekt, Anerkennung, Zuwendung, Zuneigung und Gerechtigkeit.

Aber weil sich die Gefühle im Streit mitunter so verheddern, dass sie ein dickes Knäuel werden, kommt man in der Situation meistens nicht aus ihnen heraus. Was also kannst Du tun, damit es Dir nach einem Streit besser geht und Du Dich zum Beispiel wieder mit Deiner besten Freundin vertragen kannst?
Was meistens hilft, ist, sich daran zu erinnern, dass wir alle unterschiedlich sind. Kein Mensch denkt und fühlt genauso wie ein anderer - auch nicht, wenn es um dieselbe Sache geht.

Darum hilft es immer, sich noch einmal zu fragen: Was genau ist da gerade eigentlich passiert? Was hat mich so rasend wütend gemacht? Was fühle ich? Das geht am besten mit etwas Abstand und nachdem Du ein paar Mal tief Luft geholt und Dich wieder beruhigt hast. Dann kannst Du Deiner Freundin vielleicht sagen, was Du fühlst, und Dir anhören, was sie möchte und fühlt. Oft hilft das, um das Gegenüber besser zu verstehen. Und wenn Du ganz mutig bist, gibst Du sogar zu, was Du falsch gemacht hast und verrätst Deiner Freundin, was Du Dir wünscht. Wenn Ihr es schafft, Euch am Ende gemeinsam Lösungen zu überlegen, dann ist fast schon wieder alles gut.

Und auch wenn das erst einmal komisch klingt: Fast jeder Streit hat auch etwas Gutes. Denn dabei erfährst Du etwas über Dein Gegenüber und verstehst es hinterher oft besser. Und auch Deine eigenen Gefühle lernst Du besser kennen und verstehen.

Was noch wichtig ist: Natürlich ein "Bravo, das habt ihr super gemacht" und dann ein gemeinsames und möglichst großes "Hurra-der-Streit-ist-vorbei-Eis"!