Wissen: Vom Traum zu schreiben

Aufgeschrieben

Schreiben macht Spaß, findet Conni. Sie schreibt regelmäßig in ihr Tagebuch, aber auch gern Aufsätze in der Schule und Ferienpost an Anna und Billi und ihre Großeltern. Aber ein Buch schreiben? Das ist schon eine ganz andere Sache. Dafür braucht man eine richtige Idee für eine Geschichte, die so spannend, gut oder lustig sein muss, dass sie auch andere interessiert.
Gute Geschichten zu erzählen oder zu schreiben, ist eine tolle Sache. Hast Du schon mal daran gedacht, ein Buch zu schreiben? Und brauchst Du vielleicht Tipps und Hilfe dabei? Auf der Carlsen-Homepage gibt es eine tolle Seite, die gespickt ist mit Profi-Informationen und wichtigen Hinweisen zum Schreiben, darüber wie man einen Verlag findet und was sonst noch wichtig ist, wenn man davon träumt, ein Buch zu veröffentlichen.

Um dorthin zu kommen, musst Du einfach nur dem folgenden Link folgen: Wie werde ich Autor?

Und auf den nächsten Seiten verraten dir Liane Schneider, Julia Boehme und Dagmar Hoßfeld ein paar Dinge über das Leben als Autorin und das Schreiben von Conni-Büchern. Die Interviewausschnitte stammen aus dem Heft "Meine Freundin Conni – Warum Kinder sie lieben", für das Katharina Kubitzki die drei Conni-Autorinnen interviewt hat.
Viel Spaß beim Lesen - und natürlich auch beim Schreiben!

Liane Schneider

Frau Schneider, Sie haben die Geschichte von Ihrem ersten Manuskript schon so oft erzählt, tun Sie es trotzdem noch einmal?
Als meine Tochter Conni in den Kindergarten kam, habe ich einfach aufgeschrieben, was wir erlebt haben, und dazu Bilder gemalt. Unsere Erlebnisse aufgezeichnet - das hatte ich immer schon gemacht, aber hier war es das erste Mal, dass ich mir einen Text konkret als Bilderbuch vorgestellt habe. Das ganze war eine spontane Idee: Ich hab's an den ersten Verlag geschickt, der mir einfiel.

Wie sind die nächsten Titel entstanden?
Die folgenden Bücher entstanden aus eigenen Vorschlägen, aus Anregungen junger Leser und aus Ideen des Verlags. Dann habe ich mich hingesetzt, meine eigenen Erfahrungen zu dem jeweiligen Thema gesammelt, andere Leute befragt, vor Ort recherchiert und aus den Informationen einen Text erstellt. Oft sind es auch Geschichten mit realem Hintergrund: "Conni im Krankenhaus" erzählt, wie meine Tochter sich den Knöchel gebrochen hat. Für "Conni spielt Fußball" habe ich Aufzeichnungen meines Bruders, der Fußballtrainer war, genutzt. So hat jeder Band seine ganz eigene Geschichte, aber immer ist eine Menge Recherche mit im Spiel.

 

Julia Boehme

 



Wie sind Sie vorgegangen, um die älter werdende Conni für die Grundschüler interessant zu machen, ohne die Figur komplett zu verändern?

Eines haben alle Conni-Bücher gemeinsam: Sie holen die Kinder in ihrer Alltagswelt ab. Während die Vorschul-Conni in Form von Sachgeschichten den kleinen Lesern ihre (Um-)Welt anschaulich begreifbar macht, geht es bei meinen Geschichten auch um innere Konflikte. Zum Beispiel: Wie gehe ich mit Heimweh um, oder wie verhalte ich mich der Neuen in der Klasse gegenüber? Ich denke, für Schulkinder ist gerade diese Innensicht reizvoll. Sie können so auch Connis Konflikte Schritt für Schritt mitbegleiten. Conni ist nicht der Superstar, der im Handumdrehen alle Probleme löst. Zusammen mit Conni erfährt man: Fehler und Probleme gehören einfach zum Leben dazu. Gleichzeitig kann man mit ihr lernen, wie man damit umgeht, denn Conni sucht selbstständig nach Lösungen.
Ich wäre sehr glücklich, wenn meine Leser ganz nebenbei erfahren: Probleme können (mal mehr oder mal weniger) gelöst und überwunden werden. Und: Irgendwie wird alles wieder gut.


Was macht für Sie die Faszination an Conni aus?
Das Faszinierende an Conni ist, dass sie ein ganz normales Mädchen ist, das ein ganz alltägliches Leben führt. Trotzdem ist ihr Leben alles andere als langweilig. Jedem könnte, gleich morgen, ein echtes Conni-Abenteuer passieren. Conni ist das Versprechen, dass das Leben – auch ohne Hexenschule, Monsterwald und Märchenprinz – ungeheuer spannend und schön ist.
 

Dagmar Hoßfeld

 



Wie haben Sie die Figur Conni altersgerecht weiterentwickelt?

Die Vorgaben des Verlags waren klar: Conni muss Conni bleiben, auch in den Büchern für ältere Mädchen. Da Connis Welt klar strukturiert ist, war es für mich relativ einfach, zu erahnen, wie Conni sich weiterentwickeln würde. Ihr Charakter, ihre Freunde, ihr ganzes Umfeld ändern sich ja nicht automatisch, nur weil sie etwas älter wird. Ich habe mir überlegt, wie es wäre, wenn Conni sich zum ersten Mal verlieben würde. Oder ihr erstes Handy bekäme. Ich habe an Dinge gedacht, die Mädchen in diesem Alter interessieren könnten. Dazu gehört, dass Eltern zunehmend in den Hintergrund treten und Freunde und Freundinnen wichtiger werden.


Woher wissen Sie so genau Bescheid über Ihre Zielgruppe?
An diese Phase meines Lebens erinnere ich mich noch sehr genau. Familie, Schule, Freundschaften, das erste Kribbeln im Bauch … da habe ich einen unerschöpflichen Fundus. Außerdem verrät mir mein 14-jähriger Sohn, wie die Mädchen heutzutage ticken. Die Altersstufe der großen Conni finde ich unglaublich spannend – die Ideen werden mir also ganz bestimmt nicht ausgehen.